Neun Monate in Rom:
Eine Zugfahrt: Vorbei an einem Friedhof , Fliegen summen laut. Eine
zierliche Frau und eine fettleibiger Mann lieben sich in einem Liegewagen
des Zuges. Ankunft auf dem Bahnhof von Ventimiglia: Eine Geigenspieler
läßt eine penetrante Melodie erschallen. Das Paar spricht. Spricht
über Sex, Essen, Verzehr von Fleisch, über Architektur in Chicago
und in Rom. Über Werden und Vergehen (die zentralen Themen werden
plakativ aufgetischt).
Plötzlicher Sprung: Ansichten Roms. Die Kamera
fliegt in der Perspektive eines Vogels am Phantheon vorbei: Wir hören
Wim Mertens "Birds for the mind". Es wird Abend. Ein Diner am Pantheon:
Abendessen für den amerikanischen Architekten Kracklite und seine
Frau Louisa. Der schwergewichtige Stourley Kracklite soll in Rom eine Ausstellung
über den unbekannten Architekten Etienne Louis Boullée leiten.
Es ist Kracklites Geburtstag. Man schenkt ihm ausgerechnet das Grabmal Newtons
als Geburtstagstorte mit Kerzenkranz. Bekanntlich entdeckte Newton die
Schwerkraft, die auch Kracklite ("das flackernde Licht") mit dem eigenen
Leib verkörpert. Kracklite redet. Louisa zerschneidet ein feuerrotes
Band, einer Nabelschnur gleich. Kracklite zeigt Flavia, der Schwester des
Mäzens der kommenden Ausstellung "seinen Glücksbringer": (Ausgerechnet)
die britische Ein-Pfund-Note mit dem Konterfei Newtons und der Apfelblüte
als Hinweis auf seine Gesetze der Gravitation. Der jungen Gastgeber-Sohn
Caspasian "bemüht" sich um Louisa, spottet über Kracklites Vermögen
"aus den Schlachthöfen seines Schwiegervaters". Die anspielungsreiche
Verwandschaft der immer wiederkehrende Themen Fleisch, Schwere,
Blut, Sex, Fruchtbarkeit, Tod drängt sich hier
erneut auf. Capasian Specklers ("der Beflecker") Schwester Flavia bedauert
Louisa Kracklite, da sie bereits seit sieben Jahren mit dem "Fleischesmann"
verheiratet ist. Am Brunnen ein Applaus an die Architektur - die Ein-Pfund-Note
verbrennt in Boullées Newton-Grabmal aus Zuckerguß
. Eine bedeutungsschwangere Anordnung.
Später: In Kracklites römischen Wohnung: Streit des Ehepaars
Kracklite: Er scheint verärgert über Caspasians Eitelkeit, Dreistigkeit
und seinen finanziellen Einfluß. Louisa sagt, Kracklite habe nur
sechseinhalb Gebäude gebaut und brauche neun Monate für eine
Ausstellung über einen Architekten, der auch fast nichts gebaut habe,
und daß 180 Jahre nach dessen Tod. Kracklite hat stechende Bauchschmerzen,
Louisa bemerkt spöttisch: "Jeder hier in Rom spricht vom Tod".
Später, im Victor Emanuel -Ausstellungsgebäude: Ein Rundblick.
Der Finanzier Caspetti schlägt eine Piranesi-Ausstellung in den USA
vor. Es geschehen Empfang und Gespräche: Kracklite kann sich nicht
mit Caspasians blasphemischer Anspielung abfinden, daß Joseph 40
und die Mutter Gottes Maria 14 Jahre alt gewesen seien, der gleiche Altersunterschied
wie bei den Kracklites. Caspasian flirtet mit Louisa, diese spricht über
ihre "Fehlgeburten", ein alter Mann setzt sich hinzu und fällt um.
Caspasian: "So wird für Ausstellungen Publicity gemacht". Der
Arzt Treterio stellt sich als Experte für Krankheiten der Antike vor.
Wieder Ansichten Roms, diesmal bei Tage. Tischgespräch. Auf dem Tisch
füllen Feigen ein Kolosseums-Modell: Es geht wieder über Boullée,
später über Kaiser Augustus, Caspasian erzählt aufdringlich
anschaulich von der Vergiftung Augustus durch seine Frau. Dieses ist schlichtweg
nicht wahr (Augustus starb friedlich als alter Mann).
Kracklite
verläßt den Tisch, muß sich übergeben, trifft dann
den umgefallenen, alten Mann beim Umziehen und erfährt, daß
Caspasia den Alten für seinen Auftritt bezahlt. Eine Ansichtskarte:
Das Augustusdenkmal, Kracklite stiehlt Karte und verabschiedet sich von
Louisa. Am Fotokopierer im Ausstellungsraum: Kracklite vergrößert
den Bauch des Augustus und hält ihn vor seinen eigenen, entblößten.
Kracklite beim Augustus-Grabmal, fragt Geigenspieler nach Augustus: "Aber
er ist nicht zu Hause". Er wird beobachtet, immer wieder. Caspasians Schwester
Flavia fotographiert ihn heimlich. Zurück in Kracklites Wohnraum:
Er versucht Louisa zu zwingen, Feigen zu essen, ist überzeugt, sie
wolle ihn vergiften. Sie geht - für immer - , empfiehlt ihm einen
Arztbesuch; Kracklite zeichnet seine (unerträglichen) Schmerzen auf
Augustus' Bauch-Fotokopie ein. Es ist verwunderlich, daß die Lüge
über die Feigenvergiftung Kracklite nicht auffiel. Jedoch entdeckt
er im "heroischen Bauch" des Augustus eine Parallele zu seinem Kampf. Er
fängt an, imaginäre Briefe an den Architekten Boullee zu verfassen.
In seiner Wohnung liegt "zufällig" eine Zeitschrift: Ein Bericht mit
zwei Fotos: Links er, rechts Caspasian und Louisa. Die Konstellationen
kristallisieren sich heraus. Kracklite schreibt Boullée über
sein Mißtrauen zu seiner Frau eine Ansichtskarte des Augustus- Mausoleum,
später: Kracklite in einer dunklen Arztpraxis. Der Arzt: "Kein Gift,
nur zu viel und zu ungesundes Essen, zu viel Fleisch, vielleicht auch zu
großes Geltungsbedürfnis",er verschreibt Pillen. Kamera-Panorama
über seinen Arbeitstisch - Kracklites Wohnraum am Tage: Caspasian
und Louisa finden Kracklites Bauchzeichnungen, Louisa bemängelt,
Kracklite sei besessen von seinem Bauch, vielleicht glaube er, ein Baby
zu bekommen.
lateinische Vokabel "gravitas" bedeutet sowohl Schwere wie auch Schwangerschaft.
Beide flirten sehr vertraut - Sie seit 10 Wochen in Italien - er möchte
sie zur Geliebten, errät, daß sie schwanger ist. Louisa ist
enttäuscht, daß es Kracklite nicht bemerkt hat. Wieder im Victor
Emanuel. Kracklite schreibt Boullée (im Off): "Mittwoch, den 31.
Juli..." Ein Gespräch mit Caspasians Vertrautem Frederico: "Sind sie
prüde?" fragt man ihn ohne Scham. Kracklite: "Fragen Sie meine Frau"
.Frederico zu Speckler: "Bitten Sie ihren Sohn, seine Frau zu fragen",
Kracklite schlägt Federico auf die Nase. Die Bäder der Villa
Hadriana: Ein Gespräch über Kaiser Hadrian, die Bäder, den
streunenden Hund - Kracklite hat im Unterschied zu allen anderen Mitgefühl
für einen kranken Hund. Kracklite schreibt Boullée auf der
Ansichtskarte der Bäder über seine Magenbeschwerden: "Kaiser
Hadrian starb an geplatztem Magengeschwür", muß sich wieder und wieder übergeben, während er die lachenden
Caspasian und Louisa sieht. Wieder im Wohnraum: Kracklite in der Badewanne,
bei feigengrünem Licht, spekuliert über seinen Freitod.
Louisa im dünnen Seidenkleid rasiert sich die Achseln lasziv, und stellt
naive Fragen. Dann geht sie zu Caspasian und Flavia, bemerkt spöttisch,
Kracklite sei jetzt Vegetarier, erklärt, sie sei schwanger. Dies sei
im Zug nach Rom geschehen. Kracklite erfreut. Die Zeugung erfolgte just
in dem Moment, wo der Zug den Friedhof passierte. Werden und Vergehen so
eng beieinander.
Morgens auf der menschenleeren Piazza St.Pietro: Kracklite
schreibt eine erneute Ansichtkarte an Boullée: "Mittwoch, den 7.
August" über seine kommende Vaterschaft und seine Bauchschmerzen,
wirft sie gegen Zahlung eines Bestechungsgeldes in den Briefkasten, von
Caspasian, Flavia und Frederico beobachtet, Caspasian flüstert über
Louisa: "Sie denkt nicht, sie sei eine Amerikanerin" Im Victor Emanuele,
helle Modelle im Dunkeln: Kracklite wieder allein am Arbeitstisch. Er krümmt
sich unter Bauchschmerzen, auf dem Tisch liegen drei Gyroskope über
eine Zeichnung des Kenotaphen desBoullée. Wir hören Mertens
"Struggle for pleasure", die Musik, die stets das immer erneute Aufbäumen
gegen die korrupte, römische Seilschaft begleitet.
Toilette: Caspasian übergibt Frederico unterschlagene 20 Millionen
Lire in Dollar, offiziell "Bewirtungskosten", Frederico zu Kracklite: "Geld
für Modelle", übergibt ihm ein angebliches Portrait Boullées
namens "Architecte Visionnaire 1782", spekuliert mit hinzugekommener Flavia
ganz kalt über dessen Todesursache: "Bauchspeicheldrüsenkrebs".
Dem Betrachter wird klar, was bei den Kracklites für zwei "Leibesfrüchte"
wachsen. Arbeitsraum: Speckler empfiehlt Kracklite, wegen seiner Erkrankung
die Arbeit an ihn selbst abzugeben, Kracklite erzürnt, vergrößert
am Kopierer den Bauch des "Architecte Visionnaire" in grünem
Licht, und geht erst frühmorgens die Treppe hinunter und aus dem Haus.
Treppenhaus zum Wohnraum: Kracklite sieht Caspasian und Louisa übermütig
verspielt beim Geschlechtsakt durchs Schlüsselloch, sieht das Kenotaphen-Modell
, eine Penis-Plastik. Kracklites Stuhl bricht unter seinem Gewicht, ein
Junge im weißen Laken, als Messias-Gestalt stilisiert, schenkt
ihm seine Orange, er ihm das Gyroskop.
Wieder Ansichtskarten, Kracklite schreibt Boullée: "Donnerstag,
den 28. August", ißt Orange, begegnet bei den Statuen im Forum Romanum
einem jungen Mann, der den Statuen die Nasen abschlägt (Eine symbolische
Kastration ??), Fliegen summen wie zu Beginn am Friedhof, Kracklite
fragt Boullée (im Off) nach den Baucherkrankungen seiner Zeit. Im
Dampfbad, Gespräch über Boullées Krankheiten und das Fresko
eines fallenden Mannes: Kracklite träumt von Treppen, erhält
eine Empfehlung für einen Magenspezialist, besonders für Priestermägen,
denn diese seien 30 Fuß lang, also drei Fuß länger als
andere.
"Wie unerforschlich sind die Entscheidungen des Herrn, wie unerforschlich
seine Wege", bemerkt blasphemisch ein Badegast. Kracklite im Krankenhaus,
mißt die Schlauchlänge: Tatsächlich 30 Fuß ??. Er
schreibt eine Karte an Boullée: "Freitag, den 10. Januar 1986",
betreffs der Unterlegenheit gegenüber Ärzten. Der Arzt erklärt
die Darmspiegelung. Der Schlauch ist, wenn man mitzählt, tatsächlich
30 Fuß lang. Er ist so rot wie Blut und von derselben Farbe des Bandes,
das anfangs am Pantheon zerschnitten wurde.
Caspasian und Louisa im Bett: Er würde gerne sein
Kind anstelle Kracklites in ihrem Bauch wissen. Sie: " ... sie wären
dann beide von Architekten". Er, zynisch: "Meins würde nicht nach
seinem Tod zur Welt kommen". Kracklite, so Caspasian, werde den nächsten
Sommer nicht erleben. Kracklite am Neptuns-Brunnen der Piazza Navona: Flavia
fragt nach seinen "Bauchphotographien": "Neue erogene Zonen?".
Sex und Tod !!. Ansichtskarten, am anderen Brunnen. Flavia bietet ihm mit
eindeutigem Blick an, seinen Film zu entwickeln, während er bei ihr
dusche, "Und dann werden wir ja sehen, wer besser entwickelt aus dem
Bad kommt". Flavias Wohnraum und Atelier: Auf dem Glastisch im Hintergrund
drei abgeschlagene männliche Statuenköpfe: Flavia fotographiert
Kracklite als bärtigen Andrea Doria in der Gestalt Neptuns/Poseidons,
beide im Bademantel. Während Flavia die Fotos entwickelt, Kracklite
wirft einen Blick aus dem Fenster, sieht Mussolinis EUR, und findet im
Nebenraum Fotos (Kamera-Panorama) von sich und Rom, sich übergebend,
von Speckler und Louisa glücklich lächelnd. Flavia öffnet
ihren Bademantel und zieht ihn an rotem Filmband zu sich ins Fenster
hinter eine weißen Vorhang und umarmt ihn. Das rote Band an
der Wand durchmißt alle Stadien seines Aufenthaltes in Rom, durchquert
die photographischen Schnappschüsse, die Flavia anfertigte. Sie ist
sprichtwörtlich der bebilderte Tod, der langsam in ihm gewachsen ist,
sich entwickelt hat. Kracklite und Flavia nackt auf dem Sofa, Caspasian
überrascht beide, spottend: "Ihr Kind, Kracklite, ist sozusagen das
perfekte Verhütungsmittel" Caspasian will die Ausstellung von Kracklite
gegen seinen Willen übernehmen.Foro Italico, Statuen-Park: Statuen
werden von Graffiti gereinigt, Caspasian zu Frederico: "Wir haben es geschafft,
Kracklite ist fertig."
Wieder Vittorio Emanuele, am Fotokopierer: Kracklite vergrößert, ausgehend
von Flavias Fotos, seinen Bauch, Speckler zu Kracklite: Die Bank sperre
das Geld, wohl wegen Kracklites Krankheit und da die Ausstellung
zu akademisch sei. Die Bank wolle Caspasian die Leitung der Ausstellung
übergeben, die Eröffnung sei in 12 Tagen. Frederico enthüllt
interessanterweise, Caspasian verwende die unterschlagenen Gelder für
die Restaurierung von Mussolinis EUR im Foro Italico - Speckler wußte
dies. Kracklite ist totkrank, geht fort. Die Kamera schwenkt über fotokopierte
Bäuche, Wohnraum Kracklites: Kracklite betrachtet die sorgfältig
auf dem ganzen Fußboden ausgebreiteten Fotokopien seiner Bauchsammlung
unter verschiedenen Bedingungen: Augustus, angebliches Boullée-Portrait,
Andrea Doria, Poseidon, Neptun. Louisa kommt ein letztes Mal hinzu, packt
ihre Sachen. Kracklite plant, eine Hypothek auf ihr Haus aufnehmen, sie
weiß von seinem Besuch bei Flavia, streitet "um mein Kind", übergibt
ihm enttäuscht stolz Flavias Aktfotos ihres schwangeren
Bauchs. Kracklite ist entrüstet: Es sei obszön, "sich so zur Schau
zu stellen", Ausstellungseröffnung in 12 Tagen, sie sorgt sich um
das Kind. Er trägt Weiß seit er bei Flavia weilte, sie kommt
in ganz in Rot. (Wasserplätschern am Brunnen) Treppe zum Innenhof
des Krankenhauses: Ein Bote erklärt Kracklite, Caspasian habe die
Ausstellung entgültig übernommen und geht. Kracklite richtet
wieder Worte an Boullée: "Montag, den 10. Juni" und lädt ihn
zur Ausstellungseröffnung ein. Ein Arzt berichtet vom Sterben großer
Architekten und Kaiser: Titus, Hadrian, Nero, Galba. Ihre Tode waren entweder
friedlich oder schreiend.
Er fragt Kracklite, wie er sich seinen Tod vorstelle, ihn sich wünsche. Kracklite: " ... mit 72 Jahren wie Boullée,
um vier Uhr nachmittags in der Nähe Roms - seine zweite Frau pflücke
Orangenblüten. Arzt: "Mit zweiter Frau, während diese Orangenblüten
pflücke?"; "Ein Tod im späten Frühling
!" Abends, am Pantheon, wo alles begann: Ein betrunkener Kracklite
begegnet wieder dem Geigenspieler und belästigt Restaurant-Gäste,
entblößt seinen Bauch: "Er beißt sie
nicht, nur mich. Jesus wäre auch an Magengeschwür gestorben,
hättet ihr ihn nicht vorher gekreuzigt!" Am Brunnen applaudiert
er der Architektur des Pantheons (wie Szene Nummer drei) und bricht unter
Schmerzen zwischen zwei Polizisten zusammen. Innenhof der Polizei: Kracklite
begegnet wieder dem "Nasenabschlager", dieser vertieft in seine Nasensammlung.
Er berührt Kracklites Nase,schenkt ihm eine aus der Sammlung und schneuzt
sich. Kracklite gibt seine Personalien an, steht vor der Bauchskulptur
eines Riesen, zwischen einem erhobenen Finger und dem Kopf des Kaiser Konstantin.
Wird er doch "in diesem Zeichen siegen" wie damals Konstantin ?
Das Finale: Im Vittorio Emanuele: Caspasian
und die hochschwangere Louisa steigen vor dem seitlichen Besuchereingang
aus dem Auto. Dieses ist von der selben, kranken Farbe Grün wie
auch die Feigen. Innen fragt die erschöpfte Louisa nach Kracklite;
draußen steht Stourley am Auto, zögert, ins Gebäude zu
gehen, blickt zum obersten Fenster hoch, besticht schließlich den
Museumswächter, um den Seiteneingang benutzen zu können, und
erhält seine Ein-Pfund-Note zurück (eine zweite??).Louisa steht
bereit, die Ausstellung zu eröffnen : Caspasian und Frederico spotten
mit geteiltem Satz : "Ohne die Peinlichkeit - ihres tölpelhaften Mannes".
Kracklite wandert durch die Ausstellung, steht schließlich auf der
Grundkarte Roms vor dem Pantheon. Caspasian hält eine Eröffnungsansprache.
Kracklite steht über den anderen und in deren Rücken auf der
Empore vor dem höchsten Fenster des Gebäudes - Caspasian setzt
seine Rede fort, Stourley Kracklite legt seinen Ehering ab und behält
die Ein-Pfund-Note in der Hand; Louisa eröffnet die Ausstellung mit
wenigen Worten, schneidet das Band entzwei.Sie bricht zusammen, Kracklite
tritt mit dem Rücken in den Fensterrahmen und läßt sich
mit ausgestreckten Armen wie ein Gekreuzigter fallen. Das Baby schreit
seinen ersten Schrei. Mechanisch exakt fallen, wie lange schon angekündigt,
der Tod des "Satyrs" Kracklite und die Geburt seines Kindes im selben Augenblick
zusammen. Kracklite liegt tot auf Caspasians grünem Autodach
(ausgerechnet), dahinter eine Pyramide mit Boullées Namen , sowie
Geburts- und Todesjahr. In Kracklites Hand die Ein-Pfund-Note, die
schließlich vom Wind fortgenommen wird. Eine weite Kamerafahrt führt
zum Schlußbild: Der Junge, dem wir schon in der Stilisierung
als Christuskind begegnet sind, mit seinem Gyroskop-Kreisel
auf einer Bank. Wenige Umdrehungen wehrt sich noch der Kreisel gegen die
übermächtige Schwerkraft, dann senkt er sich zu Boden. Ganz so
wie der, der ihn geschenkt hat.